12.03.26 –
In der Sitzung des Kultur- und Schulausschusses am 10. März 2026 hat die CDU-Fraktion beantragt die sogenannte Agnes-Miegel-Plakette am Warendorfer Rathaus entgegen dem Vorschlag der Verwaltung beizubehalten. Die Plakette enthält ein Zitat der Heimatdichterin Agnes Miegel, die aus ihrer Ostpreußischen Heimat vertrieben wurde.
Die Person Agnes Miegel ist jedoch historisch höchst kritisch zu bewerten. In privaten Briefen bezeichnete sie sich selbst als Nationalsozialistin, war Mitglied der NSDAP und verfasste Lobeshymnen für Adolf Hitler. Für ihre Propagandistische Arbeit wurde sie von führenden NS-Funktionären, wie Joseph Goebbels sehr geschätzt. Diese offene politische Nähe zum Nationalsozialismus kann und darf bei der Bewertung einer öffentlichen Ehrung nicht ausgeblendet werden.
Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen spricht sich daher klar für den Verwaltungsvorschlag aus: Die Plakette soll durch folgendes Zitat des in Warendorf geborenen Nachkriegsliteraten Paul Schallück ersetzt werden: „Wer wahrhaftig ist, der sagt frei, was Recht ist.“. Damit würde ein Zeichen für demokratische Werte, Zivilcourage und eine kritische Erinnerungskultur gesetzt werden.
Im Kultur- und Schulausschuss argumentierte die CDU, die Plakette sei zugleich ein Denkmal für jene Menschen, die nach dem zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen fliehen mussten und auch in Warendorf nicht immer willkommen waren. Gerade in der heutigen Zeit müsse an solche Erfahrungen von Ausgrenzungen erinnert werden.
Diese Erinnerung ist durchaus wichtig, aber wir müssen uns die Frage stellen, ob wir einem Menschen wie Agnes Miegel mit nationalsozialistischem Weltbild an prominentester Stelle ehren wollen.
Abgesehen davon ist mehr als fraglich, ob die Menschen, welche heute Ausgrenzung erfahren, von Agnes Miegel gemeint waren bzw. würde sie heute noch leben gemeint wären. Im Zweifel waren Deutsche („Gute Deutsche“) gemeint, die aufgrund des von Deutschland angefangenen Krieges ihre Heimat verlassen mussten.
Die CDU vergisst dabei auch, dass ihre aktuelle migrationsfeindliche Politik auf Bundesebene durchaus mit dafür verantwortlich ist, dass viele Geflüchtete aktuell in ganz Deutschland mit vielen Anfeindungen zu kämpfen haben. Auch rechtfertigt die Argumentation der CDU keine fortdauernde Ehrung einer Autorin, die sich offen zum Nationalsozialismus bekannte und dessen Ideologie literarisch unterstützte.
Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert deshalb eine Neugestaltung der Plakette. Ein neues Zitat soll an die Bedeutung von Wahrheit, demokratischen Werten und offener Gesellschaft erinnern und damit ein Denkmal schaffen, das alle Warendorferinnen und Warendorfer gemeinsam tragen können.
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