BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Warendorf

Aktuelles

Grüne fragen nach Maßnahmen und wollen mehr Schatten und Grün in der Stadt

Hitzeschutz in Warendorf konkret angehen

23.08.26 – von Linus Rieping –

Laut der neusten Schätzung des RKI sind seit Jahresbeginn bereits 14.000 in Deutschland an den Folgen der Sommerhitze gestorben. Dies ist mehr als in jedem anderen Jahr in diesem Jahrzehnt. Mit der zunehmenden Erderwärmung werden diese Zahlen in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterhin steigen. Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen möchte daher wissen, wie gut Warendorf auf zunehmende Hitzeperioden vorbereitet ist. In einer aktuellen Anfrage an Bürgermeister Peter Horstmann fragt die Fraktion unter anderem nach konkreten Maßnahmen zur Hitzereduzierung, nach kühlen Aufenthaltsorten, Trinkwasserangeboten, der Verschattung von Schulen und Spielplätzen sowie nach einer langfristigen Hitzeschutzplanung.

Aus Sicht der Grünen reicht es nicht, Bürgerinnen und Bürgern lediglich Verhaltenstipps für heiße Tage zu geben. Gerade ältere Menschen, Kinder, Schwangere oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind auf eine Stadt angewiesen, die auch bei hohen Temperaturen angenehme und geschützte Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. In ihrer Anfrage weist die Fraktion deshalb darauf hin, dass allgemeine Empfehlungen wie der Aufenthalt in kühlen Räumen nicht für alle Menschen ohne Weiteres umsetzbar sind. Gefragt wird deshalb ganz konkret: Wo gibt es in Warendorf bereits Schatten, Grünflächen und kühlere Aufenthaltsbereiche? Welche Flächen können entsiegelt werden? Gibt es öffentliche Räume, Kirchen, Geschäfte oder andere Gebäude, die an besonders heißen Tagen als „kühle Orte“ genutzt werden könnten? Und wie sieht es mit Trinkwasserbrunnen sowie dem Hitzeschutz an Schulen, Kitas und Spielplätzen aus?

 

Krickmarkt und Freckenhorster Straße zeigen, was möglich wäre

Wie Hitzeschutz auch praktisch im Stadtbild aussehen könnte, zeigen beispielhafte Visualisierungen für den Krickmarkt und die Freckenhorster Straße. Beide Straßenräume sind heute in weiten Teilen stark versiegelt und bieten nur wenig Schatten. Die Gegenüberstellungen machen deutlich, welchen Unterschied zusätzliche Straßenbäume, begrünte Aufenthaltsbereiche, Pflanzflächen und Verschattungselemente machen könnten. Die Straßen bleiben weiterhin nutzbar und zugänglich, gewinnen aber erheblich an Aufenthaltsqualität. In der Visualisierung des Krickmarktes wird beispielsweise gezeigt, wie zusätzliche Bäume, Fassadenbegrünung, Pflanzbereiche und leichte Sonnensegel denStraßenraum deutlich angenehmer gestalten könnten. Hier kann jedoch auch das sich im Bau befindliche Fontänenfeld schon eine deutliche Verbesserung des Mikroklimas hervorrufen.

Ein ähnliches Bild zeigt die Freckenhorster Straße: Durch eine durchgehende Begrünung mit Bäumen und bepflanzten Randbereichen entsteht aus einer weitgehend steinernen Einkaufsstraße ein wesentlich schattigerer und attraktiverer öffentlicher Raum. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Straßen und Plätze einfach „zuzupflanzen“. Anforderungen von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Lieferverkehr, Veranstaltungen und notwendigen Transportwegen müssen von Anfang an berücksichtigt werden. Gerade deshalb braucht es für die Innenstadt ein abgestimmtes Konzept, das Klimaanpassung, Aufenthaltsqualität und Funktionalität miteinander verbindet. Mehr Bäume sind nicht nur Gestaltung Straßenbäume und begrünte Flächen haben an heißen Tagen eine ganz praktische Funktion: Sie spenden Schatten, reduzieren die Aufheizung versiegelter Flächen und verbessern das Mikroklima. Entsiegelte und bepflanzte Bereiche können zudem Regenwasser aufnehmen und helfen damit gleichzeitig bei Starkregenereignissen.

Die Grünen sehen deshalb die Hitzeschutzplanung nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Teil einer langfristigen Anpassung der Stadt an den Klimawandel. Bei ohnehin anstehenden Straßen- und Platzsanierungen sollte künftig grundsätzlich geprüft werden, wo zusätzliche Bäume, Grünflächen, Verschattung und wasserdurchlässige Flächen möglich sind. „Die Frage ist nicht, ob wir in Warendorf künftig häufiger sehr heiße Sommer erleben werden. Entscheidend ist, wie wir unsere Stadt darauf vorbereiten. Gerade in der dicht bebauten Innenstadt müssen wir Schritt für Schritt mehr Schatten, Grün und kühlere Aufenthaltsorte schaffen“, so die Ratsfraktion.

Mit ihrer Anfrage möchte die Fraktion zunächst eine Bestandsaufnahme erreichen: Welche Maßnahmen gibt es bereits, welche sind geplant und wo bestehen noch Defizite? Auf dieser Grundlage soll anschließend darüber beraten werden, wie ein umfassender Hitzeschutz für Warendorf und die Ortsteile weiterentwickelt werden kann.

GRUENE.DE News

Neues